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Ernährung: Ist Kaffee gut oder schlecht für die Gesundheit?

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„Hey, komm doch mal auf eine Tasse Kaffee vorbei! » 

„Pause: Kaffee?!“ Wer hat diese mythischen Sätze nicht schon einmal gehört? In unserer Gesellschaft ist der Kaffee das „Gesellschaftsgetränk“ schlechthin. Bekannt für seine anregende Wirkung hat sich Kaffee in jedem Haushalt und am Arbeitsplatz durchgesetzt. Aber was ist mit den gesundheitlichen Auswirkungen? Anfänglich von Ärzten kritisiert, scheint sich der Trend umzukehren und manche nennen es sogar „Superfood“. Also, Kaffee, gut oder schlecht? Ziehen wir eine Bilanz der Situation:

Ist Kaffee gut für die Gesundheit?

Mehrere Studien haben gezeigt, dass Kaffeekonsum die Sterblichkeitsrate reduziert. Es ist wichtig zu beachten, dass es sich hierbei nur um Beobachtungsstudien handelt, d.h. sie beweisen nicht, dass Kaffee selbst die Ursache ist. Deshalb gibt es bis heute keine seriöse Erklärung für dieses Phänomen.

Viele Wissenschaftler glauben, dass es die im Kaffee enthaltenen Antioxidantien sind, die unsere Zellen vor oxidativem Stress und Entzündungen schützen, was sich positiv auf chronische Krankheiten wie Krebs, Demenz, Alzheimer, Parkinson etc. auswirken würde. [1]. Diese Erklärung ist ähnlich wie die der Vorteile von dunkler Schokolade, die ich Ihnen hier ans Herz lege. 

In ähnlicher Weise glauben andere Wissenschaftler, dass bestimmte Komponenten im Kaffee den Zellen helfen, bestimmte toxische Proteine zu eliminieren, die das Auftreten von degenerativen Krankheiten [2] und Diabetes Typ II [3] beschleunigen.

Warum sollte dies schlecht für die Gesundheit sein?

Das im Kaffee enthaltene Koffein regt das Nervensystem an, was verschiedene Folgen hat:

– Schlaflosigkeit: Wenn du nachts Probleme beim Einschlafen hast, sollst du nach 14:00 Uhr keinen Kaffee mehr trinken. Koffein braucht Zeit, um vom Körper abgebaut zu werden. Nach 6 Stunden ist noch die Hälfte davon übrig. Und schlechter Schlaf wirkt sich wiederum negativ auf deine Gesundheit aus. Deshalb empfehlen wir, Kaffee nur am Morgen zu trinken, wenn überhaupt.

Erhöhte Angst: Koffein senkt den Spiegel von GABA, einem Neurotransmitter, der bei der Regulierung von Angstzuständen hilft, und verstärkt die Wirkung der Hormone, die bei Stress produziert werden, nämlich Cortison und Epinephrin.  Menschen, die von Natur aus ängstlich sind, sollten Koffein meiden [4].

– Zunahme von Bluthochdruck und arterieller Steifigkeit, bedeutende Risikofaktoren für die Entwicklung von Herz-Kreislauf-Unfällen. Dieser Effekt tritt vor allem bei Personen auf, die nicht an den Konsum von Koffein gewöhnt sind [5][6].

Also Kaffee, gut oder schlecht?

Kaffeekonsum ist nicht so harmlos. Wissenschaftler empfehlen, 300 mg Koffein pro Tag nicht zu überschreiten, was etwa zwei Robusta- oder 3 Espressokaffees entspricht.  Außerdem sind die oben genannten Vorteile von Kaffee noch nicht wissenschaftlich bewiesen. Daher wäre es unangebracht, den Konsum in der Hoffnung auf eine Verbesserung der Gesundheit zu erhöhen. Es ist auch wichtig, kritisch gegenüber Artikeln zu bleiben, die Kaffee als ein Wundergetränk darstellen.  Die Kaffeeindustrie, die jährlich mehr als 11 Milliarden Dollar umsetzt, trägt sicherlich zu ihrer guten Presse bei.

Dennoch, wenn du deinen Morgenkaffee in Maßen genießen kannst, musst du nicht aufhören, solange du nicht unter Sodbrennen, hohem Blutdruck, Stress oder Angstzuständen leidest. Achte auch darauf, dass du nicht zu viel Kaffee trinkst, um die „Müdigkeit zu beseitigen“, denn die Illusion hält nur kurze Zeit an. Vermeide stattdessen Stress und gönne dich ausreichend Schlaf, sonst sagt dir dein Körper, dass du aufhören sollst.

Quellen

1.    Freedman, N.D., et al., Association of coffee drinking with total and cause-specific mortality. N Engl J Med, 2012. 2012(366): p. 1891-1904.

2.    Eskelinen, M.H. and M. Kivipelto, Caffeine as a protective factor in dementia and Alzheimer’s disease. Journal of Alzheimer’s Disease, 2010. 20(s1): p. S167-S174.

3.    Cheng, B., et al., Coffee components inhibit amyloid formation of human islet amyloid polypeptide in vitro: possible link between coffee consumption and diabetes mellitus. Journal of agricultural and food chemistry, 2011. 59(24): p. 13147-13155.

4.    Roca, D., G. Schiller, and D. Farb, Chronic caffeine or theophylline exposure reduces gamma-aminobutyric acid/benzodiazepine receptor site interactions. Molecular pharmacology, 1988. 33(5): p. 481-485.

5.    Traci, K. Energy Drinks Raise Resting Blood Pressure, Dramatic In Those Not Used To Caffeine. 2015.

6.    Vlachopoulos, C., et al., Caffeine increases aortic stiffness in hypertensive patients. American journal of hypertension, 2003. 16(1): p. 63-66.

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Über Marie

Je suis diplômée d'un Master en Science alimentaires de l'EPFZ. Je suis passionnée de nutrition et de sport. Mon but est de t'informer des dernières études scientifiques en relation avec le sport et la nutrition.

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